Ob Hausarbeit, Abschlussarbeit, Blogeintrag oder nur eine einfache, förmlichere E-Mail. So oft fehlen dir die richtigen Worte und du fühlst dich wie blockiert. Das eigene Gehirn scheint leer, verknotet. Es bewegt sich nichts und die Aufgabe scheint unüberwindbar. Als könne man die erste Seite nicht abschließen, ach was sag‘ ich, geschweige denn beginnen. Die meisten Studenten kennen dieses Gefühl wohl nur zu gut. Und so kommt jede, weit im Voraus angekündigte und wohl datierte, Abgabefrist doch jedes Mal völlig überraschend. Mit diesen Tipps überwindest du die Schreibblockade und kannst nach dem ersten Satz auch den restlichen Text flüssig schreiben. 

 

1. Worum soll es gehen?

Hol dir Inspirationen. Was interessiert dich? Welche Themen wolltest du schon immer einmal aufgreifen? Was willst du sagen? Und vor allem: Wem?
Es gibt so viele Themen die interessant sind und darum heißt es zu Beginn jeden Schreibprozesses erst einmal: Inspirationen einholen. Ob in Gesprächen, Literatur oder Medien. Überall werden die verschiedensten Themen aufgegriffen, diskutiert und dargestellt. Dort findest du sicher etwas. Dieser Schritt sollte zu Anfang jeder Themenfindung stehen und optimaler Weise einige Zeit vor Beginn der Bearbeitungszeit erfolgen. So lässt sich für die Recherche noch mal ordentlich Zeit rausholen, denn so kann man rechtzeitig mit dem Dozenten oder Professor das Thema angehen und die Gliederung und Vorgehensweise besprechen. Du kannst dich aber auch spontan inspirieren lassen, wann immer etwas deinen Weg kreuzt. Die Suche nach Themen kann ganz unspezifisch erfolgen. Frei nach dem Motto: „was ich schon immer wissen wollte“, so entstehen eine Menge Möglichkeiten.

 

2. Recherche

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Das Thema der Wahl sollte zunächst vor allem insgesamt überblickt werden. Oft hilft es, neben der klassischen Literaturstudie,  auch zum Vorteil eines abwechslungsreichen Textes, fachkundige Experten, zum Beispiel zu einem Interview, aufzusuchen. Dabei ist es wichtig zu sehen wie umfangreich ein Thema ist, ob es genug Fachwälzer gibt und welche Unterthemen oder Schwerpunkte so zu finden sind. Hast du einmal ein Thema gefunden für das du brennst und wozu es ausreichend Literatur gibt, kannst du die Ausarbeitung eingrenzen und mit einer groben Gliederung beginnen.

 

3. Eine ansprechende Struktur finden

Strukturiere deinen Text. Das heißt nicht, dass du dich in starre, vorgefertigte Hüllen pressen lassen musst, sondern nur, dass man eine Art roten Faden hat. Dabei kann es helfen größeren Abschnitten einzelne Überschriften zu geben. Es soll kurz zusammen fassen, „was will ich sagen?“. Später kann man je nach Textart hier ganz einfach Unterüberschriften einfügen, die es auch dem Leser erleichtern dem Text zu folgen.

 

4. Zeitungen und Zeitschriften lesen

Musst du einen Text schreiben, fällt es oft leichter, wenn man zuvor einige fertige und veröffentlichte Geschichten, zum Beispiel anderer Studenten, Blogger oder Journalisten, liest. So gerätst du in eine Art Fluss und bist in dem Aufbau solcher Texte schneller wieder drin. Plötzlich fallen dir Redewendungen ein, Schlagwörter, Überschriften und knackige Sätze. Dabei muss es keineswegs komplett themenspezifisch sein. Bei der Wahl der Lektüre sind keine Grenzen gesetzt. Einzig der Schreibstil kann hilfreich sein. Möchtest du eine Nachricht oder einen Bericht schreiben, empfiehlt es sich dementsprechende Seiten, wie Spiegel Online oder die Seite der Tagesschau, aufzusuchen. Das gilt natürlich auch für alle anderen Textsorten. Nimm dir während des Lesens deinen Laptop oder Stift und Papier zur Hand, um alle Ideen festzuhalten und dann drauf los schreiben zu können.

 

5. Die Perspektive wechseln

Manchmal ist man in seinen eigenen Gedanken so festgefahren, dass man das Thema „tot“ gedacht hat. Dann hilft es andere Sichtweisen aufzusaugen oder das Thema einfach von einer anderen Seite zu betrachten. Besonders bei Hausarbeiten scheint man sich ständig zu wiederholen, manche Begriffe unendlich zu verwenden und in den Erkenntnissen teilweise zu einseitig zu sein. Hier hilft es noch einmal andere Literatur zur Hand zu nehmen oder weitere Experten und Meinungsträger zu befragen. Du kannst die Perspektive aber auch wortwörtlich wechseln. In der Fotografie lässt sich das besonders deutlich sehen. Betrachte das Szenario, die Situation doch einfach mal aus einem anderen Blickwinkel. Stell dich auf den Kopf, schau von oben drauf, zoom es ran. Das geht aber genauso, schreibt man einen Text. Du kannst zum Beispiel versuchen dich in unterschiedliche Personen hineinzuversetzen, die entsprechend unterschiedliche Sichtweisen auf eine Problematik haben. So wird deine Arbeit nicht nur wissenschaftlich repräsentativer, sondern sie wird vor allem für den Leser allumfassend informativer.

 

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6. Einfach schreiben

Die perfekte Überschrift, der ansprechende erste Satz. Der Text soll rundum gelungen sein. Doch das beginnt keineswegs bei dem ersten Schreibversuch. Am Besten: Einfach anfangen! Umändern lässt es sich ja dank moderner Technik leicht. Nachdem alles fertig ist, reicht es also den Text durchzulesen und die Gedanken noch einmal um die eigenen Worte kreisen zu lassen und den Text etwas blumiger oder vielleicht auch nachrichtlicher, nüchterner zu gestalten. Ein Text wird natürlich viel lieber gelesen wenn er interessant und ansprechend geschrieben ist.  Schreibstile lassen sich auch kombinieren. Eine wissenschaftliche Arbeit muss ja nicht, nur weil man sie nicht umgangssprachlich schreibt, schnöde und langweilig sein. Bist du einmal in der Materie, bekommst du schnell ein Gefühl für die passenden Formulierungen.

 

7. Eine passende Umgebung suchen

Schreibtisch kann ja jeder. Oft hilft es schon wenn man sich einfach mal einen anderen Platz zum Schreiben sucht als die obligatorischen eigenen vier Wände. Bei schönem Wetter auf einer Picknickdecke, mit dem mobilen Endgerät, gemeinsam mit zwitschernden Vögeln und rauschenden Bächen, oder ganz belebt bei klapperndem Geschirr und laut arbeitenden Kaffeemaschinen in einem Café der Wahl, schreibt es sich oft viel leichter. Leute die in ihr Telefon sprechen, diskutieren, sich verliebt in die Augen schauen oder verträumt ihr Getränk schlürfen, inspirieren oft zu mehr Leben im Text. Auch, wenn das bei wissenschaftlichen Arbeiten oft eher Fehl am Platz ist, ist es für den eigenen Schreibprozess oder auch für einen journalistischen Text, ob für Print oder Online, förderlich.  Es gibt also die verschiedensten Plätze um Schreiben zu können. Da muss man sich ein bisschen ausprobieren, denn nicht jeder ist der klassische Bib-Lerner und kann sich bei absoluter Stille am Besten konzentrieren.

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8. Parallel schreiben

Oft gibt es nicht nur eine Idee. Es hilft gleichzeitig mehrere Texte, auch zu verschiedenen Themen beziehungsweise gewählten Schwerpunkten, zu schreiben und zu sehen, wo die Worte dann am besten fließen. Der Favoritentext ergibt sich so schnell. Oft lassen diese sich dann auch spielerisch kombinieren. Während du einen Text schreibst, kannst du außerdem bereits Gedankengänge für folgende Abschnitte sammeln und in Stichworten aufschreiben. Bei einer Hausarbeit kannst du zum Beispiel neben den Kapiteln auch bereits das Fazit teilweise formulieren, sodass dieses ebenso strukturiert ist wie die Kapitel und kein zusammenfassender Gedanke verloren geht. Die Notizen können dann einfach in einen Fließtext ausformuliert und ausgearbeitet werden.

 

9. Pausen machen

Duschen oder Wäsche aufhängen verlängern einen Text augenscheinlich nicht. Und das ist auch so. Und trotzdem ist es ein wichtiger Tipp, will man seine Schreibblockade überwinden. Es hilft den Kopf einfach mal frei zu bekommen. Bekanntlich kommen einem ja in den unmöglichsten Situationen, wie auf der Toilette oder beim Bus fahren die kreativsten Ideen. Soll ja sogar Menschen geben die sich unter der Dusche Notizen machen! Kommt man dann zurück an den eigenen Schreibtisch hat man nicht nur einfach mehr Ideen, sondern kann sich dank der kleinen Auszeit auch wieder besser konzentrieren. Doch trödeln sollte man dennoch nicht. Dranbleiben ist das Stichwort!

 

10. Text gegenlesen lassen

Vier Augen sehen immer mehr als zwei. Den Text von jemand anderem, der keinen Bezug zum Thema hat, gegenlesen lassen, hilft nicht nur Wiederholungen zu vermeiden oder Verständnisprobleme zu verbessern, sondern auch, um Fehler wie gemeine Komma- oder einfache Textfehler auszumerzen. Hat man es von jemand anderem korrigieren lassen, hat man oft auch ein besseres Gefühl. Hört vielleicht sogar Lob, oder kann Kritik gewinnbringend umsetzen.

 

Mit diesen Ratschlägen kann eine gemeine Schreibblockade überwunden werden und die nächste Hausarbeit und  Abgabefrist kann kommen. Viel Spaß beim Schreiben!

10 Tipps gegen die Schreibblockade

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