Hannover, das sind 51 Stadteile, heute werde ich mit euch eine kleine Tour mit euch durch meinen Lieblingsstadteil Linden machen.

Für alle von euch die Linden, oder Linden-Limmer, den 10 Stadteil von Hannover noch nicht kennen, hier zu Beginn ein par kleine Infos.

Linden ist ein ehemaliges Arbeiterviertel mit rund 45.000 Einwohnern an der Ihme.

Er setzt sich zusammen aus den Stadtteilen Linden-mitte, Linden-Nord, Linden-Süd und Limmer.

Was im 11. Jahrhundert als kleines Dorf begann ist heute neben der List, der Szenestadteil von Hannover.

Was dem Berliner sein Kreuzberg ist, ist dem Hannoveraner sein Linden.

Linden ist ein bunter und kreativer Stadteil, der lebt und einem ständigen und auch spürbarem Wandel unterliegt.

Wir beginnen unsere kleine Tour durch Linden an einer seiner Pforten, der Ihme- oder Benno Ohnesorg Brücke, die über die Ihme führt und Linden in Richtung Innenstadt von der Calenberger Neustadt trennt.

Direkt hinter ihr gibt es schon die ersten zwei Stops auf unserer Reise, auf der linken Seite findet ihr „ The Harp“, einen kleinen urigen english Pub, mit wunderschönem Biergarten im Hinterhof.

Die Harp ist jedoch nicht nur Anlaufstelle für Liebhaber von englischem Bier und Sportübertragungen aus Großbritannien, sie ist auch Heimat, der meiner Meinung nach besten Burger von Hannover. In der Harp findet ihr auf einer überschaubaren Karte und zu fairen Preisen, jede Woche einen oder mehrere wechselnde Burger, die das Herz eines jeden Burgerfans höher schlagen lassen.

Direkt gegenüber, also auf der rechten Seite hinter der Benno Ohnesorg Brücke, befindet sich das Capitol, eines der traditionsreichsten Veranstaltungszentren Hannovers.

Hier finden auf zwei Ebenen, neben regelmäßigen Partys und Kinovorstellungen auch Konzerte für bis zu 1.600 Personen statt, bei denen für jeden Geschmack etwas dabei ist.

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Capitol und Harp grenzen an den Schwarzen Bär, einen der belebtesten Plätze Lindens.

Er ist nicht nur Platz, sondern auch Verkehrsknotenpunkt von Bus und Bahn und verbindet darüber hinaus, die Ricklinger-, Deister- und Falkenstraße.

Auf letzterer geht unsere Tour weiter in Richtung Lindener Marktplatz, dem Zentrum von Linden.

Unterwegs fällt dem aufmerksamen Beobachter auf, das man auf dieser kurzen Strecke vonein paar hundert Metern, bereits an drei Buden oder auch Kiosks vorbeikommt, keine Wunder, denn Linden ist der Stadtteil mit der höchsten Kioskdichte in Hannover.

Neun Kiosks pro Quadratkilometer sorgen für alles was man bis in die frühen Morgenstunden braucht und laden zu ausgedehnten Kiosktouren durch das Viertel ein, hierzu jedoch später mehr.

Angekommen am Lindener Marktplatz können wir ein gutes Beispiel aus dem Clash zwischen Vergangenheit und Moderne beobachten, denn das neue Rathaus aus dem Jahr 1899 mit seiner roten Backsteinfront, den hohen Gotischen Steinbögen und Zinnen hat vor kurzem einen neuen, modernen grauen Anbau mit Glasfassade und roten Hochglanzelementen bekommen, der unter anderem das Bürgeramt Linden-Limmers als auch die Stadtbibliothek beherbergt.

Wie der Name bereits verrät findet auf dem Lindener Marktplatz zwei mal die Woche, Dienstag und Samstag von 08:00 bis 13:00 Uhr ein Wochenmarkt statt.

An diesen Tagen verwandelt sich der den ohnehin belebten Platz in ein buntes und wildes Gewusel in dem sich diverse kulinarische Köstlichkeiten finden lassen.

Diejenigen , die nicht selber kochen mögen haben an dieser Stelle die Wahl, zwischen dem Spanischen Restaurant „El Mercado“ auf der rechten dem Griechischen Restaurant und Geheimtipp unseres Kulturdezernenten Hauke Jagau, „Parga“ oder dem Cafe „Centrum“ in dem neben einen Späten Frühstück auch ein Großteil der Speisen in vegetarisch oder vegan angeboten wird.

Für alle Ladies findet hier jeden Donnerstag die Ladiesnight mit Sekt umsonst statt, die Damen und Herren aus ganz Hannover nach Linden zieht.

Folgt man der Straße, die uns zum Lindener Marktplatz geführt hat und hält sich rechts, kommt man mit größer werdender Steigung auf den ehemaligen höchsten Punkt der Stadt, den Lindener Berg.

An seinem Fuße befinden sich der Von-Alten-Garten, der dem ehemaligen Lindener Adelsgeschlecht Von-Alten gehörte und noch heute durch Architektonische Überbleibsel an damalige Glanzzeiten erinnert.

Von Alten Garten

Auf der Spitze des Lindener Berges befindet sich neben unzähligen Schrebergärten und Hannovers Sternwarte auch der Lindener-Bergfriedhof.

Hier findet jedes Jahr Ende März, ein einzigartiges Naturschauspiel statt, das Scilla-Blütenfest.

Zu dieser Zeit verwandelt sich der gesamten Friedhof in ein leuchtendes blaues Blütenmeer und zieht Schaulustige und Fotografen in seinen Bann.

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Doch weiter mit unserer eigentlichen Tour.

Vom Lindener Maktplatz aus halten wir uns rechts auf der Stephanusstraße und begeben uns somit weiter in Richtung Limmer.

Auf der linken Seite sehen wir durch eine Nebenstraße den schönen Lichtenbergplatz.

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Dem ein oder anderen mag der vielleicht schon bekannt vorkommen, denn hier drehte vor nicht allzu langer Zeit VW einen Werbespot für seine neuen leisen Elektroautos.

Auf unserer Rechten Seite erhaschen wir den ersten Blick auf eines der beeindruckendsten Bauwerke und leider auch das Sorgenkind Lindens, das Ihmezntrum.

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Die in den 80ern erbaute Stadt in einer Stadt wirkt auf den ersten Blick vielleicht nicht mehr bewohnt, sie ist jedoch noch immer das Zuhause hunderter Lindener und ist auch heute in ihrem verfallenen Zustand einen Besuch wert.

Am Ende der Stefanusstraße öffnet sich die Straße auf einen großer einladenden und moderner Platz, der Küchengartenplatz. Hier befand sich früher, im 17. Jahrhundert wirklich noch ein Garten für die Küchen der Adligen einschließlich Badehaus.

Heute erinnert daran nichts mehr viel, denn den Gärten wich der gepflasterte Platz, auf dem besonders im Sommer bis in die späten Abendstunden immer etwas los ist.

Im ehemaligen Badehaus befindet sich nun das „TAK“, das Theater am Küchangarten, ein kleines Kabarett mit rund 130 Sitzplätzen und Restaurant.

Vom Küchengartenplatz aus hat man jedoch nicht nur einen ausgezeichneten Blick auf das Ihmezentrum, sondern auch auf das Heizkraftwerk Linden, mit seinen Drei Schornsteinen, das nur liebevoll „Die drei warmen Brüder“ genant wird. Es ist eines das Wahrzeichen von Linden und findet sich auf diversen Plakaten, Stickern und sonstigen Dingen die man in den kleinen Läden in Linden kaufen kann.

Es ist jedoch nicht nur Wahrzeichen, sondern auch Strom und Wärmeerzeugungsanlage von Enercity.

Seinen eigentlichen Charme entfaltet es jedoch erst Nachts, wenn es in den Farben von Enercity Rot und Lila leuchtet.

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Wenn wir nun über den Küchengartenplatz hinweg gehen und die drei warmen Brüder zu unserer rechten hinter uns lassen führt uns unser Weg nach Linden-Nord, auf die Limmer Straße.

Die größte Einkaufsstraße Lindens.

Hier kann in diversen kleinen Läden nach Herzenslust gestöbert und geschoppt aber auch gegessen werden. Zu empfehlen sind auf jeden Fall der Vietnamese „Mr. Tang“, der Türke „Al Hadi“ und die Steinoffenpizzeria „Francesca & Fratelli“. Aber auch in den Seitenstraßen der Limmerstraße finden sich diverse gute Lokalitäten, die einen Besuch wert sind.

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Wen Durst statt Hunger plagt, der kann sich einmal am „Limmern“ versuchen.

Wegen der bereits beschriebenen hohen Kisokdichte Lindens, ist es gang und gebe sich an den diversen Kiosken auf und um die Limmerstraße ein Bier zu holen zu wandern zu sitzen oder einfach zu beobachten, denn auf der Limmerstraße ist wirklich immer etwas los und wenn das Bier leer ist, ist der nächste Kiosk nur ein paar Meter entfernt.

In den letzten Jahren ist das limmern besonders unter Studenten so beliebt geworden, das an dieser Stelle noch einmal kurz erwähnt werden muss, dass auch mit steigendem Alkoholpegel bitte Rücksicht auf die Anwohner genommen werden muss, den sie sind diejenigen die hier Leben und weder über Müll stolpern noch die ganez Nacht wachgehalten werden wollen.

Schaulustige kommen jedoch auch auf andere art und Weise auf der Limmerstraße auf ihre Kosten, z.B im Stadteilkino Apollo – Studio für Filmkunst.

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Das Apollo ist eines der ältesten noch bespielten Kinos Norddeutschlands und neben seinen Vielseitigen Vorstellung abseits des Mainstreams auch Bühne für den Kabarettisten Desimo und seine spezial Club.

Die Leinaustraße, auf der Rechten direkt vor dem Apollo fürt uns zu unserem letzten aber nicht weniger wichtigen Stop auf unserer kleinen Tour durch Linden-Limmer, dem Kulturzentrum Faust.

Das Kulturzentrum Faust oder einfach nur kurz Faust bietet….

Naja was bietet es eigentlich nicht, das wäre die bessere Frage?

Die alte Bettenfedernfabrik symbolisiert seid 1991 eigentlich alles wofür der Stadteil Linden-Limmer steht, Vielseitigkeit und eine lebendige, vielschichtige Kultur.

Konzerte, Partys, Slams, Lesungen, Flohmärkte, Kunstausstellungen und Workshops sind nur ein kleiner Ausschnitt von dem was hier tagtäglich passiert und wem das mal zu viel wird, der lässt sich bei gutem Wetter im Biergarten Gretchen nieder und macht erst einmal eine Pause von so viel linden auf einmal.

Hier endet jetzt schlussendlich unsere kleine Tour durch meinen Stadtteil.

Ich hoffe ich konnte euch meine Heimat heute etwas näher bringen, auch wenn Linden-Limmer bei weitem mehr ist, als der kleine Ausschnitt den ich euch hier gezeigt habe.

Aber überzeugt euch doch einfach selber und macht eure eigene kleine Tour, testen meine Stops und fügt eure Lieblingsecken unten in den Kommentaren hinzu.

Hannover Linden – The place to be!?
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2 thoughts on “Hannover Linden – The place to be!?

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