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#Irgendwasmitmedien

 

„Irgendwas mit Medien“ – eine Antwort, die aus dem Mund eines frischgebackenen Abiturienten und angehenden Studenten auf der Suche nach der großen Berufung für nicht allzu große Verwunderung sorgt. Doch hinter „Irgendwas mit Medien“ verbirgt sich weitaus mehr als der sich in Mode befindende Begriff vermuten lässt.

Mit Anlauf und Vollkaracho stürzen sich die Jugendlichen kopfüber auf die Studiengänge der Medienwelt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich die Zahl der Studienanfänger in den „Irgendwas mit Medien“-Fächern in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt hat. Doch viele angehende Studierende wissen gar nicht genau, was sich hinter den vorerst vielversprechend klingenden Studienbezeichnungen, wie Medienwissenschaften, -wirtschaft, -management, -informatik – oder wie sie sonst noch alle heißen mögen – verbirgt. Mit Recht verstecken sie sich vor dem Überangebot der Medienbranche hinter dem anonymen Kollektiv „IMM“ („Irgendwas mit Medien“).

Um Licht ins Dickicht des Definitionswirrwarrs und der Orientierungslosigkeit zu bringen, erzählt Studentin Beatrice Flohr: „Medienstudiengänge gibt es wie Sand am Meer. Die Kunst ist, aus der Masse den einen richtigen für sich zu finden.“ Denn auch Beatrice bekennt sich zu der Generation „IMM“:

Für mich war klar: Zielstation Medien. Mit kaum etwas anderem sind wir täglich so oft in Berührung, wie mit den Medien. Wir verbringen durchschnittlich zehn Stunden des Tages damit, die Medienvielfalt in irgendeiner Form zu nutzen. Ich wollte zu den Menschen gehören, die die Medieninhalte mitbestimmen. Darum entschied ich mich für den Studiengang Medienkommunikation und Journalismus an der Fachhochschule des Mittelstands in Hannover.

Der Studiengang sucht Medienbegeisterte und Schreiberlinge mit dem gewissen Gespür für Themen und Trends, Sprache, Bild und Ton. „Studenten werden hier zu professionellen Medienschaffenden, Gestaltern und Kreativschaffenden ausgebildet. Man blickt nun nicht mehr ausschließlich vonseiten des Rezipienten auf die Medienwelt, sondern schaut gleichermaßen hinter die Kulissen des Kommunikationsspektakels“, erzählt Beatrice. Vermittelt werden Grundlagen der Medien- und Kommunikationsbranche, von theoretischen Ansätzen bis hin zur greifbaren Realität. Das journalistische Handwerk samt aller relevanten Instrumente wird vermittelt und das journalistische Know-how vertieft. Dabei heißt es: Ran die Stifte und haut in die Tastatur, was das Zeug hält. „Das Verfassen von Reportagen, das Führen von Interviews oder das Realisieren von Medienprojekten sind Bestandteile meines Studiengangs – genügend Spielraum, um die kreative Ader nach Herzenslust zu entfalten.“ Das habe bereits für so einige schöne Stunden, aber auch verzweifelte Nächte gesorgt, in denen in einer Nachtschicht versucht wurde, das mangelhafte studentische Zeitgefühl in Hinsicht auf Abgabetermine wettzumachen. Mal mehr, mal weniger erfolgreich. Ein rätselhaftes Mysterium, aus dem wohl kein Student jemals schlau wird.

„Der Studiengang Medienkommunikation und Journalismus hat einen entscheidenden Vorteil“, erzählt die 23-jährige Medienanwärterin. Denn immer beliebter wird nicht mehr nur das klassische Standbein des Journalismus‘, sondern zunehmend erfreut sich auch der Bereich der Öffentlichkeitsarbeit oder – um es mit zeitgemäßen anglisiertem chic auszudrücken – der Public Relations, steigender Zulaufzahlen. „Wir werden nicht nur zu aufstrebenden Journalisten ausgebildet, sondern gleichermaßen im Bereich der Public Relations geschult.“ Wer genug vom journalistischen Alltag hat, legt den Stift ab, eine Kehrtwende ein, und entscheidet sich einfach für die andere Seite des Schreibtisches – die PR. Imageaufpeppler, Krisenkommunikatoren, Sprachkünstler und Wortjongleure – in der Öffentlichkeitsarbeit setzen viele Medienbegeisterte und „IMM“-Anhänger einen Fuß in die Tür zur Kommunikationswelt. „Für mich als Student hält das die Möglichkeit bereit, in den unterschiedlichsten Arbeitsfeldern tätig zu werden und deutlich breiter aufgestellt zu sein als das bei vergleichbareren Studiengängen der Fall ist. Und falls es im Journalismus nicht klappt, halte ich mir in der Öffentlichkeitsarbeit immer ein Hintertürchen offen.“

Überfüllte Hörsäle, in denen Studenten um die letzten noch verfügbaren Sitzgelegenheiten kämpfen, um bei einschläfernden Vorlesungen der Professoren ihrer zweitliebsten Beschäftigung, dem sogenannten „Powernapping“, nachzugehen, kennt Beatrice nicht. „Wenn unsere Studiengruppe einen guten Tag hat und alle Kommilitonen vollzählig erscheinen, sind wir 28 Personen in einem Kurs. Das ermöglicht natürlich eine persönliche Nähe zu den Dozenten.“ Unter den Professoren ist Beatrice daher nicht als Matrikelnummer 0287515 bekannt, sondern einfach nur unter Bea. Was das möglicherweise für Auswirkungen auf die typischerweise legere Arbeitseinstellung des Musterstudenten mit sich bringt, sei an dieser Stelle dahingestellt. „Wir können Themen intensiver und ausführlicher bearbeiten, als dies in einer Gruppe von 50 Studenten möglich wäre. Die Lernatmosphäre ist viel angenehmer.“  Zum Vergleich: Auf einen Dozenten kommen an Deutschlands Hochschulen durchschnittlich 63 Studenten. Dass die Hörsäle da aus allen Nähten platzen, sollte daher niemanden in Verwunderung stürzen.

Und wenn man Beatrice fragt, was sie heute macht, dann antwortet sie nicht mehr „Irgendwas mit Medien“, sondern: „Ich studiere Medienkommunikation und Journalismus.“

 

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B.A. Medienkommunikation & Journalismus

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