Was muss ich bei meinem Studentenjob alles beachten?

 

Fast zwei Drittel aller Studierenden in Deutschland verdienen neben dem Studium zusätzlich Geld. Ob Kellner oder Kino-Mitarbeiter, ob Minijob oder kurzfristige Beschäftigung – das Angebot an Studentenjobs ist groß. Wir haben für euch alle wichtigen Faktoren zum Thema Nebenjob im Überblick:

 

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Abgaben: Als Arbeitnehmer ist man grundsätzlich dazu verpflichtet Abgaben an die Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung zu zahlen.

Arbeitsvertrag: Der Arbeitsvertrag ist eine Absicherung in Bezug auf Arbeitszeiten, Verpflichtungen und Kündigungsfristen. Weigert sich der Arbeitgeber, gelten die gesetzlichen Mindestregelungen. Im Arbeitsvertrag sollte die regelmäßige Wochenarbeitszeit festgehalten werden.

Bafög: Studenten, die Bafög beziehen, dürfen nicht mehr als 400 Euro im Monat verdienen. Kommen sie über diese Grenze, wird die Leistung gekürzt. Auf das Bafög werden nicht nur Einkünfte aus Nebenjobs angerechnet, sondern auch Waisen- bzw. Halbwaisenrenten und Zinseinkünfte. 5.200 Euro Vermögen sind erlaubt, alles, was darüber hinausgeht, wird auf das Bafög angerechnet, und man bekommt entsprechend weniger Geld. Auch  Sachbestände wie zum Beispiel Autos zählen zum Vermögen, wenn sie vollständig abbezahlt sind.

Einkommensteuer: Überschreitet der Verdienst den Grundfreibetrag von 8.354 Euro im Jahr, wird Einkommensteuer erhoben. Auch wer weniger verdient, sollte sich Quittungen für Ausgaben wie Bücher oder Monatskarten aufheben. Denn das Masterstudium gilt als Zweitstudium. Die Ausgaben dafür gelten als Werbungskosten, die man absetzen kann, wenn man nach dem Studium arbeitet, mehr Geld verdient und Steuern darauf zahlt. Manchmal werden auch bei denjenigen automatisch Steuern abgezogen, die mit ihrem Verdienst unter dem Grundfreibetrag bleiben. In diesem Fall sollte man sich das Geld mit einer Einkommensteuererklärung zurückholen.

ElstAM: Das papierlose elektronische Verfahren ElstAM hat die Lohnsteuerkarten ersetzt. Diese erhält man vom Finanzamt.

Familienversicherung: Studenten können sich beitragsfrei über Familienangehörige mitversichern lassen, solange sie jünger als 25 Jahre sind und nicht mehr als 395 Euro netto oder 450 Euro in einem steuerfreien Minijob pro Monat verdienen.

Hundertzweiundachtzig-Tage-Regel: Wer bei seiner Krankenversicherung nicht den Studentenstatus verlieren will, darf nicht mehr als 182 Tage im Jahr in Vollzeit arbeiten. 182 Tage entsprechen 26 Wochen, und „Vollzeit“ bedeutet mehr als 20 Stunden pro Woche. Auch bei Selbstständigen sollte das Studium die Haupttätigkeit sein. Pflichtpraktika sind generell ausgenommen.

Kindergeld: Egal, wie viel man verdient – Kindergeld bekommt man, solange man jünger als 25 Jahre ist und sich in der Ausbildung befindet.

Minijob: Für einen Minijobber zahlt der Arbeitgeber alle Abgaben, deshalb darf man 450 Euro monatlich verdienen, ohne dass dafür Steuern fällig werden. Bleibt man unter dieser Grenze, darf man auch mehrere Minijobs haben.

Praktikum: Handelt es sich bei einem Praktikum um ein Pflichtpraktikum, müssen Studenten keine Beiträge zur Sozialversicherung leisten. Verdienstgrenzen bei Bafög, Familienversicherung und Steuer gelten jedoch weiterhin. Freiwillige Praktika werden wie Nebenjobs behandelt.

Selbstständigkeit: Wer selbstständig arbeitet, stellt seine Leistungen in Rechnung. Für diese zahlt der Auftraggeber ein Honorar. Neben der Einkommensteuer müssen Freiberufler Umsatzsteuer zahlen, wenn sie mehr als 17.500 Euro im Jahr verdienen. Bei weniger Umsatz ist man „Kleinunternehmer“ und umsatzsteuerbefreit.

Urlaubssemester: Wer sein Studium offiziell mit einem Urlaubssemester unterbricht, ist weiterhin immatrikuliert. Diese Zeit zählt aber nicht als Fach-, sondern nur als Hochschulsemester. Wenn man währenddessen arbeitet, muss man Versicherungsabgaben leisten. Das Werkstudentenprivileg gilt in diesem Zeitraum nicht.

Waisengeld und Waisenrente: Wer eine Waisenrente von der Deutschen Rentenversicherung bekommt, darf im Monat 495,26 Euro in den alten Bundesländern und 453,02  Euro in den neuen Ländern dazuverdienen. Überschreitet man diese Freibeträge, werden 40 Prozent von dem, was man mehr verdient, von der Waisenrente abgezogen. Bafög und Kindergeld zählen nicht als Einkommen.

Werkstudenten:  Sie sind kranken- und pflegeversichert, von der Arbeitslosenversicherung befreit und müssen lediglich in die Rentenkasse einzahlen. Für Teilzeitstudenten gilt die Regelung allerdings nicht. Sie gilt auch dann nicht, wenn man noch eingeschrieben ist, seine letzte Prüfung aber schon hinter sich hat – es sei denn, sie wurde nicht bestanden und kann wiederholt werden. Das wäre beispielsweise bei Juristen der Fall, die einen Freischuss an der Uni machen können.

 

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