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Die PR-Queen am Campus Hannover ist zweifelsohne Annette Kahre. Module wie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit oder Selbstmarketing werden den Studenten der FHM von Frau Dr. Kahre näher gebracht. Doch auch für Fragen und Beistand aller Art suchen die Studenten das Gespräch mit ihr. Frau Dr. Kahre ist so etwas wie die gute Seele der FHM und bekannt für ihre fürsorgliche Ader. Seit nun bereits drei Jahren ist sie Lehrbeauftragte am FHM Campus Hannover sowie der Hochschule Osnabrück am Standort Lingen.

Über viele Jahre arbeitete sie in leitenden PR-Positionen für große Konzerne wie die Bertelsmann SE, die B. Braun Melsungen AG und die Melitta Unternehmensgruppe. Mittlerweile hat sich Annette Kahre selbstständig gemacht. Seit 2013 arbeitet sie als PR-Beraterin für mittelständische Unternehmen und Verbände. Ihr Schwerpunkt liegt dabei in der CSR- und Krisenkommunikation.

Bevor Annette Kahre als Kommunikations-Profi im Chefsessel saß und Geschäftsreisen antrat von denen wir nur träumen, musste auch sie sich erst einmal qualifizieren. Ein Studium sollte es nach dem Abitur sein. Da es die Fachhochschule des Mittelstands im Jahr 1976 noch nicht gab, musste Kahre auf die Westfälische Wilhelms Universität in Münster zurückgreifen. So schrieb sich Kahre für Kunstgeschichte ein. Gesagt, getan, gefehlt. „So viel Theorie wollte ich dann doch nicht mit der Kunst in Verbindung sehen.“

Es fällt kein Doktor vom Himmel.

Neue Fächer mussten her. Und wennschon, dennschon wird gleich Anglistik, Linguistik, Philosophie und Pädagogik studiert. Dabei wurde ein Fach zunächst aus rein rebellischen Gründen gewählt. „Anglistik hatte ich sowieso auf dem Schirm. Und zwar nicht weil ich in der Schule so gut in Englisch war, sondern weil mein damaliger Englischlehrer mich permanent gepiesackt hat und meinte ich könne das nicht“, erinnert sich Frau Dr. Kahre im Gespräch. Anglistik stellte sich dennoch als gute Wahl heraus. Bereits ab dem zweiten Semester bekommt die Studentin Kahre eine Stelle als Hilfskraft in der Shakespeare Forschung. Sie war an der Digitalisierung sämtlicher Shakespeare Werke beteiligt. Und wir sprechen hier nicht von schnödem Abtippen – nein diese Art der Digitalisierung erfolgte über Lochkarten, in welche jedes einzelne Wort eingelocht werden musste, damit die Karte später von einem Rechner eingelesen werden konnte. Mit einem Lächeln im Gesicht erzählt Frau Dr. Kahre: „Ich weiß es noch genau. Das Ganze fand im Rechenzentrum in Münster statt. Ein dunkler Keller, furchtbar kalt und das mitten im Sommer.“ (Anm. d. Red.: Googelt mal „Lochkarte“…ihr beschwert euch nie wieder über eure Jobs).

Neben ihrer späteren Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin promovierte sie zum Doktor der Philosophie. Ihre Doktorarbeit schrieb sie zum einen auf einer Speicherschreibmaschine, die ihr Vater ihr eigens zu diesem Zweck besorgte und zum anderen über den morpho-sematischen Sprachwandel (Anm. d. Red.: …dachten wir uns auch: morpho-wer?). Weil in Münster der Wohnraum schon damals kanpp war, zog sie mit acht weiteren Studentinnen bei einer älteren Dame ein, die so gnädig war ihren Mieterinnen einmal pro Woche die Dusche zur Verfügung zu stellen (Anm. d. Red.: Nein, die Mieterinnen haben nicht nur einmal pro Woche geduscht, die Damen waren kreativ und haben sich Ausweichmöglichkeiten gesucht). Auf unsere entsetzten Gesichter hin erklärt Kahre: „Da habe ich auch nur ein Semester gewohnt. Dann habe ich gemerkt, okay das geht so überhaupt nicht. Und dann habe ich in verschiedenen Studentenwohnheimen gewohnt.“

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Ihre erste Begegnung mit Melitta hatte Kahre übrigens schon in ihrer Studentenzeit. Mit Kommilitonen, die ebenfalls in der Shakespeare Forschung arbeiteten, traf man sich jeden Morgen vor den Vorlesungen bei einem Studenten zum Frühstücken. „Jochen wohnte quasi direkt in der Innenstadt und war ein notorischer Geizhals“, erinnert sich Kahre lachend „wir benutzten damals die Melitta Filter für den morgendlichen Kaffee. Jochen wusch diese Filter nach jedem Gebrauch aus und hängte sie zum trockenen an eine Leine. So reichte eine Packung Kaffeefilter dann auch für ein ganzes Jahr.“ Damals ahnte sie noch nicht, dass diese Kaffeefilter mal eine große Rolle in ihrem Berufsleben spielen würden. „Anfangs im Studium wusste ich nicht einmal, dass Melitta in Minden war, wenn ich ehrlich bin.“ Nach ihrer Studienzeit bewarb sie sich schließlich bei Melitta in Minden, ihrer Heimatstadt und blieb dort ganze 19 Jahre.

Kaffeefahrt um die Welt.

Dass Führungspositionen keine „nine-to-five“ Jobs sind, wissen wir bereits. Aber dass auch Wochenendarbeit Spaß macht, würden wir nicht immer unterschreiben. Kahre allerdings hatte damit weniger Probleme. „Gerade das Begleiten von Sponsoring Aktivitäten macht auch tatsächlich Spaß!“, beteuert Kahre. Ein Sponsoring ist ihr dabei besonders ans Herz gewachsen: Der Melitta-Frauen-Achter. Ein Ruderteam der Bundesliga, das von Melitta gesponsert wird. „Dieses Hobby habe ich aus meiner Melittazeit mitgenommen.“ Auch hier beweist Kahre im Gespräch eine Menge Empathie und macht ihrem Ruf als fürsorgliche Person alle Ehre. Sie unterstützt die Damen des Ruderteams noch heute und fährt so oft wie eben möglich zu Rennen. „Der Einsatz den jede Einzelne für ihr Team aufbringt begeistert und verdient jegliche Unterstützung“, so Kahre.

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Für Reisen hatte Annette Kahre schon immer eine Vorliebe – und das nicht nur beruflich bedingt. „Ich kann abends etwas in die Tasche werfen und morgens bin ich weg.“ Kahre, packt nicht nur gerne Koffer, sie kümmert sich auch ganz mütterlich um den Koffer ihrer Mutter. „Sie ist immer begeistert, wie viel ich in eine kleine Tasche bekomme. Ich schätze das liegt an der jahrelangen Übung.“ Durch Melitta hat Kahre die Welt gesehen, besonders Südamerika hat sie kaffeetechnisch abgearbeitet. Jahre lang ist sie immer wieder dort hingereist und kennt Brasilien wie ihre eigene Hosentasche. Auch sprachlich haben ihre Reisen ihr immer wieder neue Aspekte gezeigt, so versteht sie beispielsweise Portugiesisch.

Auch Paris kennt sie in- und auswendig. Jedoch nicht so wie man denkt. „Einmal das Touriprogramm in Paris erleben, das steht noch auf meiner To-Do Liste.“ Trotz ihrer zahlreichen Besuche in der Hauptstadt Frankreichs, war sie nur einmal im Louvre und kennt Paris nur als Stadt der Arbeit, nicht als die der Liebe. Sie hatte einfach keine Zeit für die klassischen Sehenswürdigkeiten. Schon beeindruckend, dass sie in Nord- und Südamerika, Kanada und auch in Paris, einer Weltmetropole gearbeitet hat und weltweit gefragt war.

Privat  favorisiert sie die asiatischen Länder. Nachdenklich zählt sie eine beeindruckte Auswahl von Reisezielen auf, die sie schon gesehen hat: Laos, Kambodscha, Japan, Vietnam, China et cetera. „Alle Länder, die ich in Asien sehen wollte, habe ich bereist“, sagt sie zufrieden. Die Kultur ist beeindruckend und unterscheidet sich komplett von der europäischen. Die Menschen und Uhren ticken anders und wahrscheinlich ist es genau das, was Kahre gefällt.

Sowohl beruflich als auch privat ist sie viel gereist. Da fragt man sich was an Reisezielen noch offen bleibt. Durch die Fußball EM wurde die Lust auf Island geweckt (Anm. d. Red.: Geht uns genauso, oder?). „Die wirkten so lieb und so nett und dieser Schlachtruf war richtig klasse.“ Vielleicht hat sie sich deswegen auch die Isländer im Finale gewünscht. Wir sind uns jedenfalls sicher, dass das sympathische und offene Volk gut zu ihr passt.

Mittlerweile ist sie feste Lehrbeauftragte der FHM, bis zur Rente dauert es wohl noch etwas. Wir sind uns trotzdem sicher, dass sie sich ihren Wunsch, Paris als Touristadt zu erleben, bald erfüllen kann.

Zwei Weisheiten für zukünftige Studenten von Frau Dr. Kahre:

  • Sie schätzt die Zuverlässigkeit ihrer Studenten. Wer nicht zur Vorlesung erscheint, darf sich gern abmelden (Anm. d. Red.: Ein respektvoller Umgang ist eine feine Sache, oder?).
  • Oskar Wilde sagte einmal: „Das Leben ist zu kurz, um Deutsch zu lernen“ – Kahre widerspricht, als Kommunikationsprofi ist sie ein Fan von Groß- und Kleinschreibung und jungen Menschen, die sich korrekt und angemessen ausdrücken können.
PR-Queen Dr. Annette Kahre

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