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Wenn man über den Campus der Fachhochschule des Mittelstands in Hannover geht, trifft man auf dem Weg zu den Vorlesungsräumen immer wieder auf Dozenten. Dies lässt sich eigentlich auch kaum vermeiden, schließlich sind wir in Hannover als private Fachhochschule im Vergleich zu staatlichen Unis nicht außerordentlich groß.

Nicht, dass das schlimm ist, im Gegenteil.

Wenn man die Dozenten persönlich kennt, bleibt man gerne für einen Augenblick stehen, tauscht sich gegenseitig aus, plaudert über vergangene oder anstehende Vorlesungen oder bespricht dringende Fragen zu einer ausstehenden Projektarbeit – ein klarer Unterschied gegenüber jeder staatlichen Universität. Hier bleibt man bei Dozenten nicht nur als irgendeine Matrikel-Nummer in Erinnerung. Man lernt sich mit der Zeit so gut persönlich kennen, wie es zwischen Dozent und Student eben möglich ist.

Seit gut zwei Jahren sind wir nun schon an der FHM eingeschrieben. Irgendwas mit Medien wollten wir studieren. Schnell wurde uns klar, dass im Studiengang „Medienkommunikation und Journalismus“ viel mehr dazu gehört, als „nur“ das Handwerk des Journalismus zu erlernen.

Sehr viel mehr.

Viele von uns haben besonders diejenigen Module schlecht in Erinnerung, in denen jegliche mathematischen Fähigkeiten abverlangt wurden. „Wir wollen doch nur was mit Medien studieren, weshalb müssen wir uns schon wieder mit Mathematik auseinander setzen?!“  Ein Trimester VWL und drei Trimester BWL sorgen sogar heute noch bei manchen Kommilitonen für so manchen Albtraum. Dank der geduldigen und kompetenten Dozenten haben wir aber auch das geschafft. Die Meisten zumindest. Mehr oder weniger. 

Als wir im März diesen Jahres aus unserem halbjährigen Pflichtpraktikum zurückkehrten und einen Blick auf die Modulliste des anstehenden Trimesters warfen, verflog bei etlichen unserer Mitstudenten angesichts eines neuen Moduls die Vorfreude auf die restliche Studienzeit. Marketing und Vertrieb. Das klingt stark nach Mathe. „Oh Gott, bitte nicht schon wieder ein Fach mit Zahlen und Formeln.“ 

Dem Trainex, unserem internen FHM-Forum im Internet, konnten wir vorab nur den Namen des neuen Dozenten für Marketing und Vertrieb entnehmen: Daniel Heine. Bis zur ersten Vorlesung blieb uns also nur die angsteinflößende Vorstellung, wie ein verzweifelter Herr Heine unserem Kurs (von dem jedes Mitglied scheinbar an Dyskalkulie leidet) versucht, die elementaren Grundprinzipien des Marketing und Vertriebs beizubringen. Betonung auf versucht. Eigentlich sahen wir uns schon alle durch die Klausur rasseln.


Herr Heine, der etwas andere Dozent

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Mittwoch, 08. Juni. 08:45 Uhr. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch stiegen die Temperaturen erstmals auf über 20 Grad Celsius, im Zimmer 2/06 war es ungewohnt warm. Die Sommertemperaturen hatten sich dieses Jahr sehr viel Zeit gelassen. Die Luft war zum Schneiden und die Motivation der anwesenden Kursteilnehmer hielt sich in Grenzen. Bis 17:15 Uhr würde die Veranstaltung Marketing und Vertrieb an diesem Tag andauern. Viel zu lange für unseren Geschmack.

Der Raum war gut gefüllt, was den Umständen entsprechend nicht allzu ungewöhnlich war. In den ersten Vorlesungen sind für gewöhnlich alle Studenten anwesend, um sich den neuen Dozenten genauer anzusehen, um sich ein Bild von dem neuen Modul machen zu können. Wie oft man wohl erscheinen muss, um die Prüfung zu bestehen?

Die Erfahrung zeigt, dass sich im Laufe der Zeit nach und nach die Reihen lichten werden. Der nicht existierenden Anwesenheitspflicht sei Dank.

Dann, um kurz vor neun, betrat ein Mann den Raum. Das musste Herr Heine sein. In der einen Hand hielt er seine Notebook-Tasche, in der anderen eine Kaffeetasse. Soweit nichts Neues, die meisten Dozenten betreten so oder mit ähnlicher „Ausstattung“ die Vorlesungsräume.

Eine andere Tatsache brachte uns zum Stutzen: Dort, bei gefühlten 27 Grad Zimmertemperatur, stand Herr Heine: in dunklen Lederschuhen, schwarzer Anzughose, weißem Hemd mit silbernen Manschettenknöpfen, schwarzem Jacket und heller Krawatte.

Er sah aus, als käme er gerade von einem Fotoshooting eines aktuellen Herren-Modemagazins. Noch schnell ein Martini-Glas in die Hand gedrückt und er wäre mit dem Outfit auch glatt als nächster James Bond-Darsteller durchgegangen. Wollte Daniel Craig nicht eh demnächst aufhören?… Egal. Der dunkle Kurzhaarschnitt und Drei-Tage-Bart machten jedenfalls den äußerlichen Gesamteindruck eines disziplinierten Geschäftsmannes perfekt.

Na toll. Mit jemandem, der sich bei hohen Temperaturen freiwillig in einen solchen Fummel zwingt, ist garantiert nicht gut Kirschen essen. Geschweige denn, Marketing und Vertrieb lernen. Nicht, dass sich die anderen Dozenten nicht schick kleiden, aber sowas sieht man an der FHM Hannover nicht jeden Tag.

Nachdem Heine den Laptop an den Beamer angeschlossen und die erste Präsentationsfolien gestartet hatte, wandte er sich uns zu und richtete die ersten Worte an den Kurs:

„Leute, ich kann mir für heute Mittag auch besseres vorstellen. Zum Beispiel bei einem kühlen Bier und einem saftigen Burger das Wetter genießen. Aber wir werden schon das Beste daraus machen.“

Die ersten Sympathie-Punkte gingen an Herrn Heine. Ein Mann, der eine Vorlesung mit Bier und Burgern beginnt, kann ja nicht so schlecht sein. In der traditionellen Vorstellungsrunde nahm er uns auch gleich die Angst vor Mathematikaufgaben. Die seien in den Vorlesungen gar nicht mit eingeplant.

Nochmal Glück gehabt.

Anschließend sagte er mehr zu seiner Person. Spätestens jetzt bekam er volle Punktzahl von unserer Seite.


Auf Umwegen vom Rettungsassistenten
zum gefragten Dozenten

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Seit drei Jahren versucht er nun schon seine Begeisterung über unterschiedliche Marketingstrategien von beispielsweise Coca Cola oder Polo-Shirts von Ralph Lauren den Studenten zu vermitteln. Dabei hat das Unterrichten an sich bereits zu seinen Teenager-Zeiten begonnen.

„Ich unterrichte eigentlich schon, seitdem ich 16 Jahre alt bin“, verriet uns Herr Heine in einem Interview. Damals leitete er bereits selbstständig seine eigenen Gruppen in Erste-Hilfe-Kursen.

Trifft man ihn dahingegen heute in der FHM und betrachtet den modebewussten und immer im Anzug gekleideten Dozenten – die perfekt gebundene Krawatte nicht zu vergessen – würde man niemals denken, dass genau dieser Mann als junger Schüler nebenbei Berufsschüler zu Rettungsassistenten ausbildete.

Herr Heine, selbst Rettungs-Assistent zu dieser Zeit, trotzte den stressigen 90 Wochenstunden. Seine Samstagabende finanzierte der damals 18-jährige so, dass er sich nach einer anstrengenden Nachtschicht am nächsten Morgen noch bis circa 16 Uhr in die Erste-Hilfe Kurse begab, um dort, mit wahrscheinlich riesigen schwarzen Augenrändern und von der Nacht gezeichnet, den Kursteilnehmern unter anderem die stabile Seitenlage und Reanimationsmaßnahmen beizubringen.

Dafür gab es damals 80 Mark! Das ist nicht die Welt, aber als junger Kerl war das Wochenende gerettet“, scherzt er heute. „Damals war ich noch jung, da ging das noch. Es war wirklich hart, aber es hat mir auch immer Spaß gebracht“, schwelgt Herr Heine in Erinnerungen an diese schöne Zeit.

Heute würde er sich dagegen nicht mehr wirklich zutrauen, als „zweiter Mann“ im Rettungswagen Leben zu retten. Naja, zugegeben: Das Fahren würde er auch noch hinkriegen. Allerdings hat er dafür heute einfach keine Zeit mehr. Dennoch blickt er mit Freude auf diesen Lebensabschnitt zurück.

Im Gespräch mit unserem Dozenten ist seine soziale Ader ein immer wiederkehrendes Thema. Anfänglich schnupperte er sogar in den Beruf eines Krankenpflegers. Doch auf lange Zeit konnte er sich mit dem Gedanken nicht wirklich anfreunden. In der Zwischenzeit hat sich viel geändert. Fragt man unseren „Marketing und Vertrieb“-Dozenten, wie er sich heute als Geschäftsmann beschreiben würde, sagt er:

„Ich bin ein Typ, der relativ schnell klarstellt, dass es mit den Mitarbeitern eine persönliche und eine sachliche Ebene gibt. Wenn ich mich mit jemandem gut verstehe und ihn eventuell sogar duze, er aber auf der Arbeit einen Bock schießt, dann kriegt er oder sie auch eine Ansage. Aber das ist dann auf der Sachebene. Man muss aber trotzdem dazu in der Lage sein, abends zum selben Mitarbeiter zu  sagen: „Aber Bierchen steht noch, ne?“ Das sind für mich zwei getrennte Welten. Ich glaube aber auch, dass dies etwas ist, was man sich als Führungskraft verdienen muss.“ 

Wohlmöglich gehört genau diese Eigenschaft zu den ausschlaggebenden Gründen, weshalb er als Geschäftsmann, als führende Kraft und als Dozent respektiert und geschätzt wird.


„Das kann doch noch nicht alles sein!“ 


Mit Mitte 20 gelang es dem fleißigen und zielstrebigem Daniel Heine, sämtliche Weiterbildungen in der Tasche zu haben. Das reichte ihm jedoch bei Weitem noch nicht aus.

„Das kann doch noch nicht alles sein, Daniel. Du musst irgendetwas tun“, überlegte er sich und entschied sich im Endeffekt dazu, noch einmal die Schulbank zu drücken. Karriere wollte er machen.

Wie wäre es mit einem berufsbegleitenden Studium in Management für Gesundheit und Sozialwesen? Gesagt, getan. Mit Ende 20 hatte er dann endlich seinen Bachelor in der Tasche. Sich selbst bezeichnet er deshalb als „Spätzünder“. Doch der Werdegang dieses Spätzünders nimmt einfach kein Ende.

An seiner damaligen Hochschule (Steinbeis Universität Berlin) haben die Verantwortlichen schnell das bestehende Potential festgestellt und wollten ihn aus diesem Grund nicht mehr gehen lassen. Nachdem er sein Studium beendet hatte, bekam er anschließend die Stelle im Management als Leiter für NRW, Nord- und Ostdeutschland.

Doch wie ging es nach seinem Bachelor weiter? Denn nein – Herr Heine ist schon damals kein Mensch gewesen, der sich mit nur einer Stelle zufrieden gibt.

„Ich habe mich ganz stumpf auf alle Stellen beworben, die drei Nummern zu groß für mich waren.“ Zu dieser Zeit hatte er seinen Bachelor noch nicht einmal in der Tasche. Er sei selber völlig verblüfft gewesen, als er die Zusage für die Stelle als Kreisgeschäftsführer vom DRK-Kreisverband bekam.

Mit schlotternden Knien hatte er es tatsächlich geschafft, sich vor dem geschäftsführendem Vorstand, also dem Landtagsabgeordneten und mehreren Doktoren, zu beweisen und den Wettkampf gegen 40 weitere Bewerber, die mit Erfahrungen in Geschäftsleiter-Positionen nur so glänzten, zu gewinnen.

Die Vorstellung von einem jungen, fassungslosen Daniel Heine, wie er völlig verblüfft und überwältigt in seinem eigenen Büro als „Projekt- und Bereichsleiter für NRW, Norddeutschland und Ostdeutschland“ sitzt, mit zwei Sekretärinnen an der Seite und plötzlich circa 250 Mitarbeitern unter sich, ist doch wahrlich ein grandioses Bild.

Er habe in dieser Zeit unglaublich viel gelernt und dass gerade der Wurf ins kalte Wasser ihn mehr als nur vorangebracht hat. Nach einem einjährigen Führungskräfte-Coaching fühlte er sich darin bestärkt, immer herausfordernden Aufgaben entgegen zu treten und diese auch meistern zu können, wie sich zum Beispiel als geschäftsführender Gesellschafter bei Heine & Partner zu beweisen oder sich selbst Unternehmens- und Existenzgründungsberater nennen zu dürfen.

Das ist aber noch längst nicht alles. In seinem Lebenslauf steht beispielsweise auch noch „Leiter des Hochschulinstitutes Business Management and Innovation an der SHB“ oder auch Gründer und Veräußerung weiterer kleinerer Unternehmen… Achja, und nicht zu vergessen: Seit drei Jahren ist er natürlich Dozent an der FHM in Bielefeld, Köln und seit dem zweiten Trimester auch in der Landeshauptstadt Hannover.

Seine Auszeichnungen und sein beruflicher Werdegang finden scheinbar kein Ende und bei diesem ganzen „Stress“, schafft er es sogar noch um die Welt zu traveln!

Die größte Leidenschaft unseres Dozenten ist Tracking. Ob „nur“ die steinigen Wege im Sauerland oder – mit einem Lonely Planet bewaffnet – die Pfade in Venezuela unsicher zu machen – das ist, was Heine liebt!

„Hauptsache Sachen packen, Handy aus und einfach nur Urlaub. So tanke ich Energie und finde Zeit für neue Ideen und Kreativität.“ Bei so viel Arbeit muss ja auch mal Raum für ein bisschen Freizeit sein. Man müsse sich genügend Zeitfenster für Hobbys schaffen, ansonsten gehe man selbst unter.

Die Frage, wo er denn schon überall auf der Welt gewesen sei oder was das coolste Urlaubsziel seiner Reisen war, kann er jedoch nicht ganz so leicht beantworten. Denn genau wie sein Lebenslauf ist auch die Checkliste der bisher besuchten Länder nicht gerade klein.


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Früher fand er es, wie er selbst beschreibt, „relativ cool“, den Jakobsweg zu meistern. Doch später ist er dann abrupt für sechs Wochen nach Venezuela geflogen.

Im Laufe der Zeit bereiste und erkundete er so manche Kontinente und Länder: Kanada, diverse Länder in Süd- und Zentral-Amerika, China, Nordafrika, Italien, Spanien oder Schweden. Ob aus privaten oder beruflichen Gründen – es gibt nur wenige Plätze auf der Erde, die der reisewütige Globetrotter Heine noch nicht gesehen hat.


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Sein Tipp, wenn man eine große Reise anstrebt: „Unbedingt das erste Hotel zu Hause buchen!“ 

Sein Trauma eines bis an die Decke gefliesten, mit nur einem klapprigen Bett, Ventilator und sonst recht spartanisch ausgestatteten Zimmer bei seinem ersten Stopp durch Venezuela, bleibt ihm dabei bis heute in tiefer Erinnerung. Nicht zu vergessen: Die grandiose Tigerbettwäsche, welche anscheinend wenigstens etwas Farbe in das sonst recht trostlose Zimmer zaubern sollte. Auch wenn wir uns dieses Zimmer dank der eindringlichen Beschreibung selbst bildhaft vorstellen können, hätten wir gerne ein Bild davon bekommen. Leider (oder vielleicht auch zum Glück) ließ sich dieses Bild nicht wiederfinden. Herr Heine ist sich jedoch nicht zu schade, uns ein Bild von einem weiteren, sehr liebevoll eingerichteten Zimmer zu zeigen. Eventuell der venezolanische Stil? Egal, die Tigerbettwäsche können wir uns auch noch dazu denken.


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In die asiatischen Länder zieht es ihn jedoch noch nicht so sehr. „Das Essen ist einfach nicht so mein Ding.“ Na woran das wohl liegt? Die Asiaten sind eben nicht so bekannt für ihre außerordentlich guten und saftigen Burger. Hm…Welches Land ist nochmal gleich altbewährt für Hamburger und Pommes?

Natürlich – Amerika! Eine weitere Leidenschaft  unseres Dozenten.


World-Traveller, Fashion-Fanatiker, Whisky-Liebhaber und Serien-Junkie

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Als absoluter Amerika-Fan ist ein Road Trip durch dieses Land natürlich unabdingbar. Bereits in seinem Masterstudiengang reiste er von der Uni aus in die Staaten. Gemeinsam mit einem Freund und einem Kommilitonen machte sich das Dreiergespann auf die Reise. Erstes Ziel: Ein Hostel in L.A., anschließend Las Vegas, San Francisco, Seattle, Vancouver Island.

Früher spielte er immer mal wieder mit dem Gedanken, in die USA auszuwandern. Mittlerweile mag er Deutschland jedoch zu sehr, besonders die Ostsee hat es ihm angetan.  „Auswandern kommt für mich heute nicht mehr in Frage, aber so ein Mittelding wäre perfekt für mich … Über die Wintermonate nach Amerika. Das könnte ich mir vorstellen.“ 

Vieles davon haben wir jedoch nicht nur in dem Interview von ihm erfahren. Immer wieder bekommen wir Studenten während den Vorlesungen spannende Anekdoten aus seinem Privatleben zu hören. Selbstverständlich nur zu pädagogischen Zwecken.

Dass die Vorlesungen in Marketing und Vertrieb bis zum Ende des Trimesters irgendwie besonders waren, zeigte sich vor allem darin, dass überdurchschnittlich viele Kursteilnehmer regelmäßig erschienen (der Frauenanteil war, nebenbei erwähnt, immer besonders hoch). Kaum ein Dozent konnte bisher die Inhalte so praxisnah erklären. Sehr viel Theorie, erklärt mit sehr vielen praktischen Beispielen aus seinem und unserem Alltag. Vermutlich konnten wir der Thematik deshalb so gut folgen, weil die Beispiele eigentlich überwiegend aus den Bereichen Essen, Mode oder diversen Unterhaltungs-Gütern stammten.

Nach einem Trimester „Marketing und Vertrieb“ wissen wir nun über manche der beliebtesten Verkaufstricks von Supermärkten und Handelsketten Bescheid. Egal ob er uns von einem neuen Geschäftsmodell eines Herren-Friseur-Salons erzählte, der nebenbei Whisky-Tastings und Billardtische im Angebot hat, oder gerne mal Kleidungsstücke „mit dem kleinen Krokodil oder Polospielern auf der Brust“ zu Vergleichszwecken heranzog. Es wurde nie langweilig.

Über so manche Produktmarken wurden während den Vorlesungen heiß diskutiert – gerne auch mal über Alkohol. Wenn es am Wochenende etwas zu feiern gibt, genehmigen wir armen Studenten uns bei Gelegenheit eine kostengünstige  Whisky-Cola-Mische – natürlich nur in Maßen. Sowas kommt für Herrn Heine als bekennenden Whisky-Liebhaber natürlich auf keinen Fall in Frage. Dahingegen wurden wir uns sehr schnell einig, dass Streaming-Dienste, wie beispielsweise Netflix, optimal sind, um abends bei einer Folge House of Cards oder The Big Bang Theory vom Alltagsstress abschalten zu können.

Obwohl wir dem Modul anfangs eher skeptisch gegenüberstanden, können wir rückblickend guten Gewissens behaupten, dass der Kurs auch gerne ein weiteres Trimester mit Herrn Heine über Marketing und Vertrieb gesprochen hätte. Wahrscheinlich auch deshalb, weil keine Mathematik in den Vorlesungen vorkam.

Einen Nachteil hatte das Ganze dann aber doch. Angesichts der Tatsache, dass Essen (meistens Burger) bei uns ein sehr beliebtes Thema war, um die aktuellen Marketing-Taktiken von McDonalds und Co zu erörtern, gingen die meisten von uns in den Mittagspausen sehr hungrig zum nächsten Burgerladen ihres Vertrauens. Da war die Wirkung von Werbung wortwörtlich am eigenen Leibe zu spüren. Allerdings haben wir auch vieles gelernt. Wer hätte beispielsweise gewusst, dass Ferrero Rocher als Notlösung entstanden ist, weil das Unternehmen zu viele Restbestände an Haselnüssen hatte? Wir schon. Dank Heine. Daniel Heine.

Sein Name ist Heine. Daniel Heine.

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