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Wo unterschiedliche Menschen auf engem Raum zusammenleben, bleibt Streit oft nicht aus. Wer in der WG nie Ärger mit den Mitbewohnern hat, hat entweder keine oder ist friedliebender als Jesus. Dabei braucht es neben Empathie und psychologischem Gespür lediglich diese simplen Tricks, um WG-Zoff zu vermeiden.

Das Geschirr stapelt sich im Waschbecken, das Bad ist nicht geputzt und es hat schon wieder niemand eingekauft. So etwas sorgt für Frust in der WG und macht das Zusammenleben schwierig. Die häufigsten Faktoren für WG-Zoff wurden gesammelt und sagen euch, wie ihr Streit mit den Mitbewohnern vermeiden könnt.

1. Problem: Sauberkeit

Jeder Mensch hat eine ganz eigene Definition von Sauberkeit. Für den einen ist es okay, wenn das Essen im Kühlschrank bereits verschimmelt und überall Staubmäuse herumfliegen, für den anderen ist Desinfektionsmittel der beste Begleiter.
In einer Wohngemeinschaft sollten sich alle auf eine grundsätzliche Definition von Ordnung einigen und dann einen Plan aufstellen, an den sich jeder Mitbewohner halten muss. Ein WG-Putzplan kann sehr hilfreich sein. Hier werden die Zuständigkeiten eingetragen und jeder weiß, wann er welchen Bereich zu säubern hat. Nutzt das alles nichts, kann darüber entschieden werden, eine Putzhilfe einzustellen, an deren Kosten sich alle gleichermaßen beteiligen. Spätestens dann überlegt sich so manch ein geiziger Ordnungs-Muffel, ob er nicht doch lieber selbst den Wischmopp schwingt.

2. Problem: Finanzen

Der Zoff um die Finanzen fängt meist schon beim Einkaufen der Gemeinschafts-Produkte wie Toilettenpapier oder Spülmittel an. Niemand fühlt sich so richtig verantwortlich dafür und es fällt immer auf, wenn es schon zu spät ist. Hier kann ein Einkaufsplan von Nutzen sein, in dem – ähnlich wie beim Putzplan – die Zuständigkeiten verteilt sind. Eine gemeinsame Haushaltskasse, in die jeder Mitbewohner am Monatsanfang die gleiche Summe einzahlt, kann Finanz-Zoff vorbeugen. Mittlerweile gibt es auch Apps, über die sich gemeinsame Finanzen steuern lassen.

3. Problem: Lärm

Betrunkene Mitbewohner, die nach dem Feiern die halbe Bude auseinandernehmen, lärmende Musik oder lauter Sex aus dem Nebenzimmer – jeder, der schon mal in einer WG gewohnt hat, kennt das. Handelt es sich dabei um Ausnahmen, sollte man einfach auf den entsprechenden Mitbewohner zugehen und ihn darum bitten, beim nächsten Mal etwas leiser zu sein.
Artet die Lärmbelästigung jedoch aus oder wird zur Regel, ist dies ein Fall für ein Gespräch, an dem die gesamte WG teilnimmt. Generell ist es ratsam, eine WG-Hausordnung zu erstellen, in der allgemeine Ruhezeiten vereinbart werden. Auf Mitbewohner, die sich gerade in einer Prüfungsphase befinden, sollte ebenfalls acht genommen werden.

4. Problem: Besucher

Besucher können auch in einer WG so oft empfangen werden, wie man will, auch dürfen sie über längere Zeit bleiben. Erst, wenn der Besuchszeitraum sechs Wochen überschreitet, haben die anderen Mitbewohner (und auch der Vermieter) das Recht, den Gast in die Betriebskostenumlage einzubeziehen.
Wenn aber ständig andere Leute in der WG ein und ausgehen, oder man von fremden Menschen im Bad überrascht wird, bleibt Streit nicht aus. Auch hier hilft eine WG-Hausordnung, in der Besuchs-Regeln genau festgelegt werden.

Fazit:

courage-1541337_1280Idealerweise macht man sich bereits vor Gründung der WG Gedanken darüber, ob die Mitbewohner mit ihrem individuellen Lebensstil sowie ihre Gewohnheiten überhaupt zueinander passen. Doch selbst unter idealen Grundvoraussetzungen kann es zu Konfliktsituationen kommen. Unterdrückter Ärger und unausgesprochene Probleme führen zu Frust bei allen Beteiligten und machen das Zusammenleben unnötig kompliziert.

Daher sind offene Gespräche hilfreich für die Kommunikation untereinander. Bei einem regelmäßigen WG-Abend zum Beispiel können in entspannter Atmosphäre alle wichtigen Themen angesprochen werden. Auch allgemeine, verbindliche Regeln, wie Hausordnung, Putz- und Einkaufspläne, helfen bei der Organisation des WG-Alltags.

Aber was ist zutun wenn der WG-Streit bereits ausgebrochen ist? WG-Konflikte sind für die betroffenen Mitbewohner oft besonders anstrengend. Denn mit Konflikten in der eigenen Wohnung ist man ständig konfrontiert und hat nicht so leicht die Möglichkeit Abstand von ihnen zu gewinnen, um die Wogen ein wenig abkühlen zu lassen. Um Magengeschwüre zu vermeiden sollte der Konflikt möglichst zeitnah aus der Welt geschaffen werden. Dabei hilft ein Konfliktgespräch. Das sollte auch nicht ewig herausgezögert werden, auch wenn man konfliktscheu ist und die Situation unangenehm findet. Auf lange Sicht lohnen sich diese Gespräche eindeutig und klären oftmals unnötige Missverständnisse, die hinter der schlechten Stimmung stecken. So ein konfliktlösendes Gespräch sollte am besten an einem möglichst neutralen Ort stattfinden und geplant werden. Das Gespräch aus einem hitzigen Moment zu beginnen ist weniger sinnvoll. Wenn Zeit ist sich auf das Gespräch einzustellen, haben außerdem alle Beteiligten die Möglichkeit ihren Ärger vorher ein wenig runter zu kochen und sich genau zu überlegen welche Punkte sie ansprechen wollen. In besonders heiklen Situationen kann es zudem hilfreich sein, eine dritte, neutrale Person zu dem Gespräch einzuladen, um die Situation zu entschärfen.

Streit in der WG muss allerdings nicht das aus bedeuten und muss auch längst kein Anzeichen dafür sein, dass eure WG scheitert. Beim Zusammenleben mit mehreren Personen sind Konflikte ganz normal und zu lernen wie man mit ihnen umgeht, ist für alle von Vorteil. Eine möglichst angenehme Konflikt- und Streitkultur in der WG zu entwickeln ist daher genauso wichtig wie zu versuchen Konflikte präventiv zu umgehen. Überlegt euch Kommunikationswege, die für euch geeignet sind, um Probleme anzusprechen. Dann können diese auch ganz schnell aus der Welt geschafft werden!

Und zum Schluss die „Goldene Regel“: Haltet es wie Konfuzius und behandelt andere so, wie ihr selbst behandelt werden wollt.

Tipps gegen WG-Zoff

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