Hausarbeiten, Klausuren, Nebenjob – das Studium ist ein ständiger Wettkampf mit der Uhr: Bekommt hier Tipps für effizientes Zeitmanagement im Studium, die wirklich weiterhelfen.

Dein Kalender ist voll. Voll bis obenhin. Schon morgen steht die nächste Präsentation an und auch die kommende Klausurphase ist schon in Sicht. Außerdem hast Du dir fest vorgenommen den Stoff aus der letzten Vorlesung diesmal ganz bestimmt noch einmal durchzugehen, aber: Dir fehlt einfach die Zeit? Studieren ist ein Fulltime-Job. Deshalb ist effizientes Zeitmanagement das A und O – Für mehr Produktivität und weniger Stress im Studium gibt es heute einige Tipps und Tricks rund ums Thema To-Do Listen, Prioritäten setzen und Ziele festlegen.

WhatsApp Zeitmanagement | FHM Studentenfutter

Zeitmanagement ≙ Ressourcenmanagement?

Das Ziel von einer gewissenhaften Zeitplanung ist es, Struktur in den Lern- und Studienalltag zu bringen. Die Einteilung der eigenen Zeit ist das Gerüst des Lernens und auch im Berufsleben ist die Fähigkeit sich seine Zeit möglichst effizient einzuteilen eine der gefragteren Soft Skills. Geplant werden kann das ganze Studium, ein Semester oder aber der nächste Monat. Genauso wichtig ist jedoch die Zeitplanung im kleineren Rahmen – Für die Woche, den Tag oder einige Stunden. Doch was verbirgt sich hinter dem Begriff Zeitmanagement überhaupt?

„Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.“

Die Frage „Was ist Zeitmanagement denn nun?“ ist durchaus berechtigt. Genaugenommen ist Zeitmanagement nämlich ein irreführender Begriff. Denn: Zeit kann man nicht managen. Du kannst den den Wecker zum fünften Mal in den Schlummer-Modus stellen oder die Batterien aus deiner Uhr herausnehmen – Die Zeit läuft dennoch weiter. Es geht also viel mehr darum, was Du mit der vorhandenen Zeit anstellst. Wie motiviert, konzertiert und lustvoll Du wann arbeitest, lernst oder deine Freizeit verbringst. Ein passender Begriff wäre wohl möglich also Ressourcenmanagement. Wir haben zum Beispiel nur begrenzt Aufmerksamkeit, Energie und Geduld zur Verfügung – und eben diese Ressourcen gilt es möglichst lohnend einzusetzen.

Hierzu gibt es nun 8 erfolgsversprechende Tipps für dich!

Tipp #1: Ziele festlegen

Klare Ziele zu setzen, ist eine der wirkungsvollsten Methoden, mit denen Produktivität und Erfolg erreichen kannst. Ohne Ziele bringt auch das beste Zeitmanagement nichts. Denn: Wie willst Du etwas erreichen, von dem Du nicht weißt, was es überhaupt ist? Richtig. Gar nicht. Du musst dir klarmachen, was genau Du erreichen möchtest und wie Du den Weg bis dorthin möglichst clever beschreitest. Vielleicht ist dir die SMART-Formel hinsichtlich der Zielformulierung ja schon ein Begriff – Aufgeschnappt vermutlich im Studium, im Bereich des Projektmanagements oder der allseits beliebten Betriebswirtschaftslehre. Wer hätte gedacht, dass man in der Uni etwas lernt, was man tatsächlich auf das eigene Leben anwenden kann? … Na siehste! Geht doch!

SMART Zeitmanagement | FHM Studentenfutter

Also, hingesetzt und Ziele möglichst smart formulieren. Wer eine Auffrischung braucht, wofür die Buchstabenabfolge noch einmal steht: Spezifisch, messbar, ambitioniert, realistisch, terminiert. Wer sich die richtigen Ziele setzt, bekommt Orientierung im Uni-Alltag und konzentriert sich auf das Wesentliche.

Tipp #2: Prioritäten setzen

Nachdem die Ziele festgelegt sind und Du dir einen Überblick verschafft hat, gilt es Prioritäten – und somit eine Reihenfolge – zu schaffen. Hierbei ist es wichtig zu lernen, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden um möglichst viel Zeit für die großen Aufgaben einzusetzen, die dich wirklich weiterbringen. Damit Du nicht irgendwann von einer Arbeitslawine überrollt wirst, gibt es eine Faustregel:

„Do it, dumpt it, or delegate it!“

Für diejenigen, die den Google Übersetzer jetzt nicht anschmeißen wollen – Das Ganze heißt soviel wie „Tu es, lass es, oder lass es jemand anderen machen!“ Auch wenn diese Regel mit einem Schmunzeln zu verstehen ist, lässt sich auch hier hilfreiches hinausziehen. Ein Tipp was die Prioritäteneinordnung angeht ist, bevorstehende Aufgaben in die Kategorien A, B und C einzuteilen. Aufgaben, die mit dem Buchstaben A versehen werden sind dabei wichtig und dringlich und somit sofort und selbst zu erledigen, Aufgabentyp B erfordert eine Terminierung – Dringlichkeit und Wichtigkeit sind hierbei im mittleren Bereich zu bewerten. Der Buchstabe C steht für Aufgaben die delegiert werden können und  weder besonders wichtig, noch dringlich sind.

Tipp #3: Fang endlich an!

Ziele: Check! Prioritäten: Check! Es kann also losgehen! Wäre da nur nicht das lästige Anfangen…

Der Anfang ist der schwierigste Schritt im gesamten Plan der Zeiteinteilung. Irgendwie fehlt der Antrieb, die Motivation. So kommt es dann, dass das erste Kapitel der Hausarbeit auch eine Stunde später noch angefangen werden kann und bis zur nächsten Klausur ist es ja sowieso noch etwas hin. Prokrastination  ist schon  lange Teil unseres Vokabulars und schon viel länger Teil unseres Lernverhaltens. Halt! Fang endlich an! Und zwar jetzt. (Oder nachdem Du den Artikel zu Ende gelesen hast und auch die folgenden Tipps noch mitnimmst.)

Empfehlenswerte Lektüre ist hierbei der Artikel zur First-Brick-Methode vom Studentenblog Studienscheiss.de.

Tipp #4: Zeitdiebe vermeiden

Zeitdiebe halten vom effektiven Arbeiten ab. Smartphones, das WWW oder der beste Freund – Das alles sollte während festgelegter Lernzeiten tabu sein. Wenn das Handy neben einem auf dem Schreibtisch liegt, ist die Versuchung besonders hoch kurz einen Blick auf die WhatsApp Nachrichten zu werfen oder den Instagram-Feed zu checken. Deshalb: Erst gar nicht in Versuchung kommen. Das Handy in den Flugmodus stellen und weglegen. Tut eine Stunde am Tag doch auch mal ganz gut. Was andere Ablenkungsfaktoren angeht – Hier ist vor allem Selbstdisziplin und auch mal ein „Nein“ gefragt, wenn der Mitbewohner unbedingt jetzt in die Bar will, obwohl doch morgen eigentlich Prüfungstag ist.

Zeitdiebe Zeitmanagement | FHM Studentenfutter

Ansonsten sind auch alt bewährte Mittel, wie ein „bitte nicht stören“- Schild an der Tür, eine abgestellte Türklingel, oder ein ausgestecktes Haustelefon (gibt es sowas eigentlich noch?) wirksam im Kampf gegen die tückischen Zeitdiebe.

Tipp #5: Tages- und Wochenplanung

Kurzfristige Planung ist mindestens genauso wichtig, wie die auf langfristige Sicht. Um einen guten Überblick über die eigene Woche zu bekommen, bietet es sich an, einen Stundenplan anzulegen. Hier können dann fest terminierte Zeiten, wie zum Beispiel Vorlesungen und Arbeitszeiten eingetragen werden. So entsteht eine Übersicht, über die frei verfügbaren Zeitabschnitte der Woche, die Du für anderes nutzen kannst. Bedenke hierbei, Fahrt- und Pufferzeiten, sowie Freizeitaktivitäten zu berücksichtigen, damit auch in der Praxis alles glatt geht. Sich etliche Dinge vorzunehmen, die im Endeffekt nicht zu schaffen sind, frustriert nur. Wenn ihr im Wochenplan verschiedene Zeiten markieren wollt, arbeitet mit unterschiedlichen Farben – So ist es leichter den Überblick zu behalten. Wer die Woche über effektiv arbeitet, sollte sich übrigens einen komplett Uni-freien Tag gönnen. Dieser Chill-Out Zeitraum wirkt sich sogar positiv auf deine Produktivität im Rest der Woche aus! Also: Sich ab und an mit Pizza vom Lieferdienst und Netflix im Bett zu verkriechen ist gut für’s Studium. Oder so ähnlich.

Kalender Zeitmanagement | FHM Studentenfutter

Geht es um die eigene Tagesplanung, so ist das ultimative Gegenmittel zum schnelllebigen, überladenen Alltag – Die To-Do Liste. Doch warum ist gerade diese Aneinanderreihung von zu erledigen Punkten seit Generationen ein Erfolgsmodell? Weil sie eine doppelte Funktion erfüllt: Die To-Do Liste ist sowohl ein Aufgabenplan, als auch dessen Erfolgskontrolle. Wer einen Punkt erledigt hat, bekommt die Möglichkeit diesen mit gutem Gewissen abzuhaken und am Ende des Tages auf das Geschaffte zurückzublicken. Übrigens: Für die Schreibfaulen unter euch, To-Do Listen gibt es auch en masse im Appstore zu finden. Wie praktisch! (Hier eine Listen-App für iOS und eine für Android)

To Do Liste Zeitmanagement | FHM Studentenfutter

Tipp #6: Langzeitplanung

Mit der richtigen Langzeitplanung lässt sich gleich das ganze Semester mit den darin liegenden Prüfungen planen. Die besonders Planvollen können natürlich auch schon das ganze Studium, oder Teilbereiche daraus planen und festlegen, was sie pro Semester erreichen wollen. Die Planung des Studiums dient jedoch nur dem groben Überblick: Wann startet welches Modul? In welchem Zeitraum liegt das Praxissemester? etc. Für die Semesterplanung bietet es sich an, eine Tabelle anzulegen, in der eingetragen ist, was zu welchem Zeitpunkt ansteht. Günstig ist es, wenn man vor Klausurenphasen in seiner Langzeitplanung Zeit für Wiederholung einplant. Glaubt mir in diesem Punkt.

Tipp #7: Pausen einplanen

Endlich! Nach all der Planung und dem Lernstoff hat man sich eine Pause doch redlich verdient oder? Das ist zwar richtig, jedoch sollten Pausen nicht als Belohnung verwendet oder angesehen werden. Pausen sind Teil deiner Arbeitszeit und sind notwendig, damit Du konzentriert und ausdauernd arbeiten kannst. Es gibt verschiedene Typen, in die Pausenzeiten unterteilt werden:

  • Abspeicherpausen (10-20 Sekunden): Hierbei wird während des Arbeitsprozesses kurz innegehalten, um das Gelernte abzuspeichern.
  • Kurzpausen (3-5 Minuten): Kurzpausen sind besonders geeignet beim Wechsel zwischen Lerninhalten. Hierbei entstehen diese oft auch auf natürliche Weise. Wer Verständnisprobleme bekommt, oder sich an einer Aufgabe die Zähne ausbeißt, sollte sich ebenfalls für ein Paar Minuten zurücklehnen und kurz abschalten.
  • Zwischenpausen (15-20 Minuten): Nach einer intensiveren Lerneinheit, spätestens aber nach 90 Minuten, solltest Du eine Zwischenpause einlegen. Es empfiehlt sich den Arbeitsplatz hierbei zu verlassen, frische Luft zu schnappen, oder einen kleinen Snack einzulegen.
  • Erholungspausen (1-2 Stunden): Nach maximal 4 Stunden Lernzeit solltest Du erst einmal für längere Zeit ausspannen. Übrigens sollte auch immer deine individuelle Tagesform eine Rolle spielen, bei der Entscheidung wie lange am Stück Du arbeitest.
Pause Zeitmanagement | FHM Studentenfutter
#gönndir mal ne PAUSE!

Tipp #8: Bleib am Ball!

Das beste Zeitmanagement wird nicht funktionieren, wenn Du die falsche Einstellung hast. Deshalb solltest Du stets daran glauben, dass Du das was Du dir vorgenommen hast auch locker packst! Versuch außerdem jeder Situation und jeder Aufgabe etwas Positives abzugewinnen – So bleibt die Motivation auf einem gutem Level und Du am Ball. Wie bei fast allen Herausforderungen die auf uns zu kommen, sind wir selbst das größte Hindernis, was uns im Weg steht. Wenn Du also deinen inneren Schweinehund erfolgreich bekämpfst hast, steht auch deinem erfolgreichen Zeit- und Selbstmanagement nichts mehr im Wege. Schon gewusst? Es braucht rund 66 Tage um eine Sache zur Gewohnheit zu machen. Wenn Du es also schaffst, dich zwei Monate lang zu motivieren, strukturieren und organisieren, sollte dir das Einteilen deiner Zeit danach deutlich leichter fallen. Das ist doch mal ein Ansporn.

Carpe Diem. Wenigstens meistens.

Noch eine Floskel. Noch ein Stückchen Wahrheit und Motivation. Carpe Diem – Nutze den Tag – … Wenigstens meistens. Ein durchgeplantes Leben ist schön und gut und wird dir sicherlich in vielen Bereichen weiterhelfen. Das heißt aber nicht, dass Du nächstes Wochenende nicht spontan mit deinen Freunden zum Festival reisen solltest, nur weil dein Zeitplan dir etwas anderes vorgibt. Struktur ist wichtig und sinnvoll, sollte dich aber nicht davon abhalten ab und an auch einfach mal das zu tun, worauf Du Lust hast. Wie bei allen anderem im Leben: Balance is key. (Diesmal müsst ihr selbst übersetzen.)

Diese 8 Tipps im Artikel sollen dir weiterhelfen, einen erfolgreichen Start im Bereich Zeitmanagement hinzulegen. Vielleicht merkst Du auch gerade erst, dass Du deutlich effektiver arbeiten könntest, wenn Du nur mehr Plan hättest. Genau für dich habe ich diesen Artikel geschrieben und hoffe, dass er dir bei deinem Einstieg in ein geplanteres Studium hilfreich ist.

Viel Erfolg!

Quellenangaben: 

„Bachelor of Time: Zeitmanagement im Studium“, Tim Reichel (2016)

https://www.studienscheiss.de/bachelor-of-time-zeitmanagement-im-studium/

 

 

Studium mit Blick auf die Uhr – 8 Tipps für effizienteres Zeitmanagement im Studium
Markiert in:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *